Dharana: Konzentration kann man lernen – in nur 7 Minuten!

Dharana Konzentration

Dharana (dt. Konzentration) ist die Fähigkeit dort zu bleiben, wo man ist. Die Antennen offline zu stellen, der Unruhe der Welt zu entfliehen und ganz bei der Sache zu bleiben. Konzentrationsübungen helfen, der Macht der Ablenkung zu widerstehen und Dharana als Basis für die Meditation zu schulen. Stay focused!

Kennst du die Geschichte vom Affengeist der unruhig von Ast zu Ast springt?
Im Yoga wird dieses Bild gerne genutzt, um aufzuzeigen, wie unruhig unser Geist sein kann. Ablenkungen lauern überall und wer seine Konzentration nicht bewusst schult, verliert sich im Dschungel der Reize.

Dharana – Konzentration gezielt steigern

Dharana zu schulen ist nicht schwer, schließlich wurde es jedem von uns in die Wiege gelegt. Wir haben es nur verlernt. Beobachte einfach mal Kinder beim Spielen. In tiefer Versenkung wird Sand geschaufelt und die Welt scheint für Stunden wie vergessen, wäre da nicht die Mama die zum Abendessen ruft … dennoch, das Konzentrationsvermögen wieder zu stärken ist kein Kindergeburtstag. Es erfordert regelmäßige Übung und Willenskraft.
Die gute Nachricht: Sieben Minuten tägliches Üben reichen, um nachhaltig von der gesteigerten Konzentrationsfähigkeit zu profitieren.

Dharana_Meditation

Noch da? Focus!

Konzentration ist ein Zustand geistiger Aufmerksamkeit. Man bündelt für eine längere Zeit seine gesamten Sinne, um bei der Sache zu bleiben. Zum Beispiel, um diesen Artikel zu lesen. Wie lange du dabei deinen konzentrierten Zustand halten kannst, hängt neben regelmäßiger Übung von verschiedenen Einflussfaktoren ab:

  • Emotionaler Zustand: Wie geht es dir heute? Egal ob aufgekratzt oder etwas deprimiert – beides hat Einfluss auf dein Konzentrationsvermögen.
  • Physischer Zustand: Dein Körper kann dich von einem Konzentrationszustand ablenken. Daher ist es in der Meditation besonders wichtig, dass du gemütlich sitzt.
  • Ernährung: Es ist bekannt, dass B-Vitamine das Konzentrationsvermögen steigern. Ein paar Nüsse und Bananen sind wahres „Brainfood“ und daher hilfreich, um deine Konzentration zu steigern.
  • Umgebung: (Laute) Geräusche und eine unruhiges Umfeld lenken leicht ab und beeinflussen, wie lange du deinen Fokus halten kannst.

Ekagrata: Den Geist mit auf den Punkt bringen

Die Einpunktigkeit ist eine der klassischen Konzentrationshilfen des Yoga. Hier zieht sich der Geist ganz in sich selbst zurück, so wie eine Schildkröte in ihr Haus.

Fokuspunkte helfen dabei, die Aufmerksamkeit zu sammeln und auszurichten. Für jede Konzentrationsübung kann der Geist so auf einen Punkt gebracht werden, sodass er schließlich einpunktig (ekagrata) wird.

FokuspunktKonzentrationsübungBeispiel / Anmerkung
Äußerer FokuspunktKonzentration auf eine brennende KerzeAugen bleiben entspannt.
Genaue Betrachtung eines beliebigen GegenstandesSteine, Blumen, Ameisenhügel… die Natur hat für diese Übung viel zu bieten.
Innerer FokuspunktKonzentration auf die Mitte des StirnraumsRaum zwischen den Augenbrauen, auch „drittes Auge“ genannt.
Konzentration auf den UrsprungspunktDer Ursprungspunkt befindet sich in der Mitte des Schädels. Viele Menschen spüren ihn etwa in Höhe der Nasenwurzel unterhalb des Scheitels.

 

Zu Beginn wird dein Geist immer wieder versuchen dem Konzentrationspunkt zu entfliehen. Fange ihn immer wieder im Geist mit einem Lasso ein und hole ihn gelassen ohne zu beurteilen zum Konzentrationspunkt zurück. Manchmal wirst du das Lasso ununterbrochen werfen müssen, an anderen Tagen wird es dir leichter fallen, konzentriert zu bleiben.

Geht man nach dem bekannten Meditations- und Yogalehrer Mark Whitwell, reichen tatsächlich sieben Minuten täglich, um von den vielen Vorteilen zu profitieren.

Mehr Konzentration bringt viele Vorteile

Es braucht Willenskraft, um Konzentrationsübungen auszuführen. Wer dabei bleibt, wird reich belohnt:

  • Verbesserte Leistungsfähigkeit im Job
  • Bessere Gedächtnisleistung
  • Beruhigt und besänftigt den Geist
  • Hilft bei innerer Unruhe und Nervosität
  • Fördert die Willenskraft
  • Regeneriert das vegetative Nervensystem
  • Ermöglicht den Zustand der Meditation

Weiterführende Konzentrationsübungen für Erwachsene

  • Buchstaben zählen: Nimm ein beliebiges Magazin zur Hand und zähle in deinem Lieblingsartikel wie oft der Buchstabe A, D, O, Z oder V vorkommt.
  • Rückwärts schreiben: Schreibe einen beliebigen Text, ein Gedicht oder deinen Namen rückwärts. Spaßfaktor garantiert!
  • Das Alphabet rückwärts aufsagen: Kann alleine oder in der Gruppe geübt werden.
  • Den Atem beobachten: Einatmend hebt sich die Bauchdecke, ausatmend senkt sie sich wieder. Das ist alles, was es zu tun gibt. Wenn der Geist eine zusätzliche Stütze braucht, kann man ein Mantra einbauen z.B. „So“ mit der Einatmung, „Ham“ mit der Ausatmung.
    Soham (So Ham) ist der natürliche Klang des eigenen Atems und bedeutet übersetzt so viel wie „Das bin ich“.
  • Sudoko lösen: Diese Zahlenrätsel helfen nicht nur unsere Konzentrationsfähigkeit zu steigern, sondern verbessern auch unser kombinatorisches Geschick und die Arbeitsgeschwindigkeit des Gehirns
  • Hallo Katharina!
    Das sind schöne Tipps, die hier aufgezeigt werden 🙂 Es gibt, um über mehrere Stunden diese Einpünktigkeit zu halten Jahrtausende altes Wissen – verborgene Schlüssel, um diese intensive Meditation beizubehalten. Diese waren früher in alter Hindu- und Mayatradition bekannt, bzw. ägyptischen und keltischen Priestern ihrer Zeit. Selbst noch heute werden sie in Geheimbünden nur an ausgesuchte Menschen weitergegeben. „Die Schlüssel der Meister“ triggern diesen Zustand für Anfänger genauso wie für praktizierende Yogis und werden von mir frei und ohne Verpflichtungen initiiert.

  • Hallo!
    Natürlich kann man Konzentration lernen, das Gehirn verfügt über Milliarden Nervenzellen – egal ob man „schlau“ oder „doof“ ist. Letztlich hängt es nur davon ab, wie gut man diese Nervenzellen zum konzentrierten Denken fokussieren kann. Und das kann man meiner Meinung nach sogar noch besser einüben als man zum Beispiel seine Muskeln trainieren kann. Ich denke jedoch, dass es besser ist mehr als 7 Minuten ab Tag dafür aufzubringen.
    Natürlich kann man auch in 7 Minuten gezieltem Training viel erreichen. Aber ich z.B. meditiere für 15 Minuten am Tag und mache dann noch 15 Minuten Sprachübungen (Erlernen neuer Sprachen). Ich halte es für wichtig, sein Gehirn jeden Tag mindestens eine halbe Stunde mit neuen Fokusier-Aufgaben zu beschäftigen.

    • Liebe Vitti, danke für dein Feedback dazu! Oh ja, wenn man es schafft mehr als sieben Minuten am Tag dafür aufzubringen, ist das sicherlich super! Und toll, dass du deine Meditation noch mit Sprachübungen kombinierst.

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